
Ihr Pferd geht fühlig?
Welche Ursachen könnte es haben?
Der Lebensraum:
Ein Pferd, das täglich, Monat -, Jahrelang auf weichem Boden lebt und plötzlich über Steine laufen soll, wird sich zunächst vorsichtig bewegen. Auch die Hufe eines Pferdes müssen trainiert werden, um solche (steinigen) Böden zu meistern.
Der Stall:
Neben zu weichem Boden können auch Kontakte mit Exkrementen (Ammoniak) zu einer weichen Sohle führen. Ammoniak zersetzt Eiweiß und der Huf besteht aus Eiweiß. Es kann keine „Verschwielung“ stattfinden. Kommt das Pferd dann mit spitzen Steinen in Kontakt verursachen diese Druckschmerzen. (Ein Maurer ohne Schwielen ist kein Maurer!)
Die Ernährung:
Einen großer Bereich der Fühligkeit wird auch durch unsachgemäße Fütterung verursacht. Das Pferd, das nie fühlig war, auf einmal ohne ersichtlichen Grund verhalten läuft, befindet sich vermutlich auf dem Weg zu einer Hufrehe!
Wir Menschen verlieren oftmals den gesunden Überblick. Pferde werden schleichend „dick“ gefüttert und für uns sahen sie dann schon immer so aus (Mein Tip: vergleichen Sie ihr Pferd mit anderen, sehen sie sich die Laufeigenschaften an oder machen Sie jeden Monat ein Bild von ihrem Pferd (immer von der gleichen Seite) und vergleichen sie die Entwicklung. - das hilft!)
Thema Anweiden – der Frühling naht, das Gras fängt an zu wachsen und wir stellen unser Pony 24 Stunden auf die Weide. Was im letzten Jahr gut ging, muss in diesem Jahr nicht unbedingt genauso sein. Langsames Anweiden mit weiterer Heuzugabe verringert die Gefahr einer Hufrehe.
Fellwechsel im Frühjahr und Herbst:
Der Organismus unserer Pferde läuft beim Fellwechsels im Frühjahr und Herbst auf Hochtouren. Wenn im Frühjahr der dicke Winterpelz abgestoßen und das bedeutend feinere und kürzere Sommerfell zutage tritt, kostet das enorm viel Energie und der Stoffwechsel wird stark beeinträchtigt. Auch das Immunsystem leistet Schwerstarbeit im Fellwechsel, so dass während dieser kräftezehrenden Zeit Viren, Bakterien und Pilze schlechter abgewehrt werden können, da die Abwehr durch Aktivierung von Reserven ohnehin geschwächt ist. Gesunde Pferde haben jedoch keinerlei Probleme ihr Winterfell abzustoßen und sind in ihrem Allgemeinbefinden nicht beeinträchtigt. Anders sieht es manchmal bei alten Pferden oder bei Pferden, welche starke Stoffwechselprobleme haben und bei erkrankten, ohnehin geschwächten Pferden, aus. Sie tun sich oft schwer, den dicken Pelz abzustoßen und der Pferdehalter tut gut daran, seinem Pferd möglichst weitreichende Unterstützung durch stoffwechselfördernde Mittel zu bieten.
Die Hufpflege:
Bleibt ein Pferd trotz Abhärtung fühlig, sind die Hufe nicht gesund.
Viele Pferde leiden unter verbogenen Hufwänden. Verbogene Wände wirken wie Hebel und verursachen schmerzen. Zu dem Problem kommt meistens eine gezerrte, verbreiterte weiße Linie hinzu. Diese weiße Linie ist das „Ende“ der Lamellenlederhaut zur Sohle. Das ist der Teil der Lederhaut welcher Hufkapsel und Hufbein miteinander verbindet und die sog. Aufhängung gewährleistet.
Eine natürliche Hufpflege unterstützt die natürliche Wachstumsrichtung des Hufes. Dem Pferd wird durch die natürliche Hufpflege eine Heilung seiner geschwächten, inneren Hufstrukturen ermöglicht. Das Hufbein bekommt in der Hufkapsel den Halt, den es für ein beschwerdefreies Laufen benötigt.







